Was tun bei einem IT-Notfall in der Praxis?
Der Bildschirm zeigt eine Lösegeldforderung, die Patientenverwaltung lässt sich nicht mehr öffnen, nichts geht mehr. Ein IT-Notfall ist für jede Praxis ein Albtraum – aber er ist beherrschbar, wenn man vorbereitet ist und im Ernstfall die richtigen Schritte kennt.
Die ersten Schritte im Ernstfall
- Ruhe bewahren und nichts überstürzen. Zahlen Sie kein Lösegeld – das löst das Problem nicht und finanziert die Täter.
- Betroffene Geräte vom Netz trennen (Netzwerkkabel ziehen, WLAN aus), aber nicht ausschalten – das kann Spuren vernichten, die zur Wiederherstellung wichtig sind.
- Den Vorfall dokumentieren: Was ist passiert, wann, was war zu sehen?
- Fachliche Hilfe holen. Versuchen Sie nicht, allein „herumzuprobieren”.
Warum Backups jetzt alles entscheiden
Im Ernstfall zählt nur eine Frage: Haben Sie eine saubere, geprüfte Sicherung, die der Angriff nicht erreicht hat? Genau dafür gibt es die 3-2-1-1-0-Regel – mehrere Kopien, verschiedene Medien, eine Kopie außer Haus, eine offline/unveränderbar, null Fehler beim Rückspielen. Eine Sicherung, die mit am Netz hängt, wird von Ransomware oft gleich mitverschlüsselt.
Meldepflichten nicht vergessen
Sind personenbezogene Daten betroffen, kann eine Meldung an die Datenschutz-Aufsicht innerhalb von 72 Stunden erforderlich sein. Auch das gehört in einen Notfallplan.
Der beste Notfall ist der, der nicht eintritt
Vorbereitung schlägt Schadensbegrenzung. Dazu gehören:
- Ein einfacher, schriftlicher Notfallplan mit Telefonnummern und Zuständigkeiten
- Regelmäßig getestete Backups – ein Backup, das sich nicht zurückspielen lässt, ist keins
- Ein geschultes Team, das Warnzeichen früh erkennt
Wie eine belastbare Backup-Strategie aussieht, lesen Sie unter Backup nach der 3-2-1-1-0-Regel.